Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt „Jedem Kind seine Stimme“

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt „Jedem Kind seine Stimme“

2018-04-25T10:54:58+00:00 1. August 2010|

Abteilung für Bildungsforschung - Forschungsprojekt - Jedem Kind seine Stimme

Projektleitung: Prof. Dr. Heiner Barz, HHU Düsseldorf

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Tanja Kosubek

Finanzierung: Land NRW, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss, Musikschule Neuss

Laufzeit: Juni 2009 – August 2010

Projektbeschreibung: Das Modellprojekt „Jedem Kind seine Stimme“ (JeKiSti) an Neusser Grundschulen wurde im September 2007 von der Musikschule der Stadt Neuss ins Leben gerufen. JeKiSti hat dem regulären Musikunterricht an Grundschulen ein neues Gesicht gegeben: Ausgebildete GesangpädagogInnen unterrichteten zweimal pro Woche im Tandem mit der Grundschullehrerin Musik. Durch die Unterrichtselemente Singen, Sprechen, Tanzen und Spiel mit einfachen Rhythmus-Instrumenten sollten den Kindern Sprach- und Singkompetenzen, Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeiten, elementare musikalische Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich der Musikkultur vermittelt werden. Durch die Begegnung mit den Gesangsprofis und das aktive eigene Musizieren konnten die Kinder Musik konkret begreifen und erleben. Im Schuljahr 2009/2010 fand der JeKiSti-Unterricht an 23 Neusser Grundschulen in 113 Klassen des zweiten und dritten Schuljahres statt.

Die Evaluation des bundesweit einmaligen Musikprojektes für Grundschulen übernahm die Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Heiner Barz. Untersucht wurden unter anderem die Förderung und Entwicklung von Musikalität sowie die Auswirkung auf Spracherwerb und Persönlichkeitsentwicklung durch aktives Musizieren im Rahmen von JeKiSti.

Relevante Aspekte der Evaluation waren im Einzelnen:

  • Akzeptanz des JeKiSti-Unterrichts bei allen Beteiligten: Kinder, Eltern, (Musikschul-) Lehrer, Öffentlichkeit
  • Beobachtung und Dokumentation von Musikalisierungsprozessen einschließlich der hierfür angewandten Unterrichtsmethoden
  • Dokumentation von Lernerfahrungen der Kinder im Feld der Musik
  • Entdecken und Dokumentieren der Relevanz musikalischer Praxis in der Lebenswelt der Kinder
  • Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder
  • Herausarbeiten von Erfolgsfaktoren und Identifikation von Problemen des Projekts (insbesondere in der Kooperation von Schulen und Musikschulen bzw. Schul- und Musikschullehrern)
  • Generierung von Anregungen für die Optimierung des Projekts

Zur Untersuchung wurde eine Methodenkombination von quantitativen und qualitativen Instrumenten (Gruppendiskussionen, leitfadengestützte Interviews und schriftliche Fragebögen) vorgeschlagen, mittels derer Selbst- und Fremdeinschätzungen erhoben wurden.

Presse: 

Auf der Konferenz „Singen in der Grundschule – Projekte, Praxiserfahrungen, wissenschaftliche Begleitung“ des „Instituts für Begabungsforschung in der Musik“ sind in einem Vortrag ausgewählte Methoden und Ergebnisse unserer Forschung vorgestellt worden. Die Konferenz hat ihren Beitrag geleistet zur Vernetzung von Forschungsprojekten im Bereich der Musikpädagogik.